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Ratgeber

Stellen suchen mit ChatGPT oder Claude: So kommst du an echte Inserate

Ein Chatbot kennt von sich aus keine offene Stelle. Du kannst ihm aber eine Stellenquelle geben. Der Ratgeber zeigt, wie du jopp in Claude oder ChatGPT verbindest, welche Fragen dann funktionieren und was du an jedem Treffer selbst prüfen musst.

Von
jopp
Veröffentlicht am
Lesezeit
8 Min.

Ein Chatbot kennt von sich aus keine offene Stelle. Fragst du ihn trotzdem nach Inseraten, bekommst du bestenfalls Suchtipps und schlimmstenfalls erfundene Stellen mit toten Links.

Du kannst ihm aber eine Stellenquelle geben. jopp stellt seine Stellensuche als Verbindung bereit, die du in Claude, ChatGPT und einigen anderen Assistenten eintragen kannst. Sie ist kostenlos und braucht kein jopp-Konto. Danach beantwortet dein Assistent Fragen wie «Zeig mir Pflegestellen im Kanton Bern ab 80 Prozent, ohne Personalvermittler» aus dem aktuellen Bestand, mit Link zum Originalinserat.

KI hilft beim Schreiben, selten beim Suchen

Die Arbeitsmarktbeobachtung AMOSA hat für die Studie «KI in Jobsuche und Recruiting» im Herbst 2025 knapp 6000 Stellensuchende und rund 700 Unternehmen befragt. Die Stellensuchenden waren beim RAV in elf Kantonen gemeldet. 61 Prozent der Stellensuchenden nutzen KI für ihre Bewerbungsunterlagen, nur 35 Prozent für die Suche nach Stellen.

Bei den Unternehmen ist KI seltener. Nur 13 Prozent setzen sie im Recruiting ein, knapp vier Prozent für die Vorauswahl. Dass eine KI deine Bewerbung aussortiert, ist also die Ausnahme.

Woher die Stellen in der Antwort kommen

Wenn du einen Assistenten nach Stellen fragst, stammt seine Antwort aus einer von drei Quellen.

Drei Quellen für Stellen in einer KI-Antwort. Gelerntes Wissen kennt keine offene Stelle. Die Websuche im Chat findet echte Seiten, aber unvollständig und teils veraltet. Eine verbundene Stellenquelle liefert Treffer aus dem Bestand, mit Datum und Link zum Originalinserat.
Auch eine verbundene Quelle zeigt nur, was in ihrem Bestand steht. Ob die Stelle noch offen ist, steht im Originalinserat. Eigene Darstellung: jopp.

Ohne Werkzeuge antwortet das Modell aus dem, was es im Training gelesen hat. OpenAI warnt selbst vor erfundenen Quellen und dem Wissensstichtag, Anthropic schreibt, man solle Claude nicht als alleinige Wahrheitsquelle verwenden. Nennt ein Modell ohne Datenquelle trotzdem Stellen, sind sie oft erfunden.

Mit Websuche findet der Assistent echte Seiten, aber laut OpenAI können die Ergebnisse unvollständig, veraltet oder falsch sein. Abgelaufene Inserate bleiben oft monatelang online.

Eine verbundene Stellenquelle fragt der Assistent direkt ab. Er bekommt strukturierte Treffer mit Pensum, Ort, Datum und Link zum Originalinserat. So funktioniert die jopp-Verbindung.

Die Jobsuche, die OpenAI am 1. Juni 2026 in ChatGPT eingeführt hat, ist laut den Release Notes nur in den USA verfügbar. In der Schweiz bleiben dir die Websuche oder eine eigene Verbindung.

jopp mit deinem Assistenten verbinden

Die Adresse lautet https://getjopp.app/mcp. Die Verbindung kann nur lesen und braucht keine Anmeldung. Ob du sie eintragen kannst, hängt vom Programm und vom Abo ab. Das ist der Stand vom 29. September 2026:

Programm Eigene Verbindung möglich
Claude Ja, in jedem Abo, im kostenlosen genau eine
ChatGPT Ja, mit Plus oder Pro, nur im Browser
Mistral Vibe Ja, laut Preisseite auch im kostenlosen Konto
Perplexity Ja, mit Pro, Max oder Enterprise
Google Gemini Nein, nur in den USA ab 18 Jahren
Microsoft Copilot privat Nein, nur feste Dienste wie OneDrive

In Claude

  1. Öffne Claude im Browser oder in der Desktop-App und gehe in den Einstellungen zu den Connectors.
  2. Wähle «Add custom connector» und trage https://getjopp.app/mcp ein.
  3. Lass die «Advanced settings» leer. Fragt Claude nach der Anmeldeart, wähle «No sign-in».
  4. Aktiviere jopp im Chat über das Plus-Zeichen unter «Connectors».

Danach steht die Verbindung auch in der iOS- und Android-App bereit. In Team- und Enterprise-Konten kann nur die Besitzerin oder der Besitzer Verbindungen hinzufügen.

In ChatGPT

In ChatGPT brauchst du den Entwicklermodus. Die Entwicklerdokumentation nennt dafür Plus, Pro, Business, Enterprise und Education im Browser, die Hilfeseite nur Pro. Erscheint der Schalter in deinen Einstellungen, geht es bei dir.

  1. Schalte in den Einstellungen unter «Security and login» den Entwicklermodus ein.
  2. Öffne chatgpt.com/plugins, wähle das Plus-Zeichen und lege eine Verbindung zu https://getjopp.app/mcp an.
  3. Wähle als Anmeldeart «No Authentication».
  4. Wähle im Chat über das Plus-Zeichen den Entwicklermodus und darin jopp. Die Auswahl gilt jeweils für eine Nachricht.

OpenAI kennzeichnet den Entwicklermodus als «Elevated risk», weil ein unseriöser Server dem Assistenten Anweisungen unterschieben kann. Verbinde deshalb nur Server, denen du vertraust. Kostenlose Konten und Go-Abos können keine eigene Verbindung eintragen, in der Mobil-App funktioniert sie nicht.

Ohne Assistent

Dieselbe Suche gibt es unter getjopp.app. Jedes Suchergebnis der Verbindung enthält einen Link auf die gleiche Suche im Browser. Frag danach, wenn dein Assistent ihn nicht zeigt.

Was du danach fragen kannst

Wichtiger als das Stichwort sind die Bedingungen. «Ich suche eine Stelle als Pflegefachfrau im Kanton Bern, 80 bis 100 Prozent, nicht über einen Personalvermittler» enthält vier Angaben, die der Assistent einzeln als Filter setzt.

Suche am 29. September 2026 nach Pflegefachfrau, Pflegefachmann oder Pflegefachperson: Stichworte allein 17603 Stellen, mit Kanton Bern 3366, zusätzlich mit Pensum 80 bis 100 Prozent 2848, zusätzlich ohne Personalvermittler 858.
Vier Angaben aus einem Satz, nacheinander angewendet. Der Assistent hat dafür nach drei Wortformen gesucht. Zahlen aus der jopp-Stellensuche vom 29. September 2026. Eigene Auswertung und Darstellung: jopp.

Aus 17'603 Treffern werden mit dem Kanton 3'366, mit dem Pensum 2'848 und ohne Personalvermittler 858. In der Pflege inserieren viele Vermittlungsfirmen dieselbe Art von Stelle mehrfach.

So hilfst du dem Assistenten:

  • Kanton statt Stadt. Der Kanton ist ein eigener Filter, nach einem Ortsnamen sucht jopp nur im Text.
  • Wenige, treffende Stichworte. Die Suche prüft auch den Beschreibungstext, zu viele Begriffe bringen Zufallstreffer.
  • Pensum als Spanne. Der Filter zeigt Stellen, deren Spanne deine berührt. Bei 40 bis 60 Prozent erscheinen auch Inserate mit 20 bis 100 Prozent.
  • Berufskategorie statt Stichwort, wenn dein Beruf viele Bezeichnungen hat. Im Detailhandel im Kanton St. Gallen fand die Kategorie 971 Stellen, das Stichwort «Detailhandel» nur 476. Frag den Assistenten, welche Kategorien es gibt.
  • Weitere Filter. Du kannst auch nach Sprachen, Vertragsart, Erfahrungsstufe und Homeoffice filtern. Wenn du regelmässig suchst, frag nach Inseraten der letzten drei oder sieben Tage.

Lass dir eine Vorauswahl begründen: «Welche drei dieser Stellen passen zu einem Abschluss als Fachfrau Gesundheit ohne Führungserfahrung, und was spricht jeweils dagegen?» Die Begründung kannst du am Inserat nachprüfen.

Was die Treffer nicht sagen

Die jopp-Stellensuche enthielt am 29. September 2026 261'511 offene Einträge für die Schweiz und Liechtenstein. Das sind Datensätze, nicht freie Stellen. Dieselbe Stelle kann über zwei Vermittlungsfirmen oder pro Filiale mehrfach vorkommen.

  • Alter. 39 Prozent der Einträge waren älter als 30 Tage. Ein Eintrag verschwindet nicht automatisch, wenn die Stelle besetzt ist.
  • Lohn. Nur 2,1 Prozent der Inserate nennen einen Lohn. Andere Lohnangaben sind Schätzungen von jopp, nicht Angaben des Arbeitgebers.
  • Vermittler. Rund 35 Prozent der Einträge stammen von Vermittlungsfirmen. jopp stuft die Firmen selbst ein und liegt dabei manchmal falsch.
  • Lehrstellen. Sie tauchen auch bei Suchen nach Fachleuten auf, weil die Vertragsart oft fehlt. Bei «Kauffrau EFZ» im Kanton Zürich waren die ersten zehn Treffer Lehrstellen oder ein Praktikum.

Stellen, die nirgends ausgeschrieben sind, findet auch keine Verbindung.

Jede Stelle am Originalinserat prüfen

Öffne vor jeder Bewerbung das Originalinserat und prüfe:

  1. Ist die Stelle noch offen? Das Datum in der Antwort zeigt nur, wann das Inserat erschienen ist.
  2. Stimmen Pensum, Ort und Beginn? Eine Zusammenfassung kann Bedingungen weglassen.
  3. Wer sucht? Bei Vermittlungsfirmen erfährst du den Betrieb oft erst im Gespräch.
  4. Was wird verlangt? Lass dir die Anforderungen aus dem Originaltext zitieren statt zusammenfassen.

Viele Beschreibungen in jopp sind Zusammenfassungen und tragen den Hinweis «Von jopp aus dem Inserat zusammengefasst». Massgebend ist das Originalinserat, und dort bewirbst du dich auch. Für einen Gegencheck eignen sich die Website des Arbeitgebers oder job-room.ch der öffentlichen Arbeitsvermittlung.

Was der Assistent von dir weitergibt

An jopp gehen nur Suchbegriffe und Filter wie Kanton oder Pensum, nicht dein ganzer Chat. OpenAI weist aber darauf hin, dass eine Verbindung auch Angaben aus dem bisherigen Gespräch erhalten kann. Schreib deshalb nichts in den Chat, was nicht in eine Stellensuche gehört.

Für Lebenslauf und Motivationsschreiben gilt mehr Vorsicht. Laut EDÖB enthalten sie Personendaten, die der Anbieter zumindest vorübergehend speichert. Entferne deine Personendaten vor der Eingabe, wo das geht, oder verzichte auf den Dienst, wenn du mit seinen Bedingungen nicht einverstanden ist.

Ob deine Gespräche ins Training fliessen, stellst du selbst ein. In ChatGPT heisst die Option «Improve the model for everyone» unter «Data controls», in Claude «Help Improve our AI models» in den Datenschutzeinstellungen. Inhalte aus Verbindungen nutzt Anthropic laut eigener Aussage nicht fürs Training. OpenAI nutzt sie bei privaten Konten, wenn die Einstellung eingeschaltet ist.

Andere Wege

  • jobs.ch bietet auf der Startseite eine Suche, in der du deine Wunschrolle in eigenen Worten beschreibst. Für gelegentliches Suchen reicht das.
  • Jobmaps bietet ebenfalls eine öffentliche Verbindung für Stellen- und Firmensuche an.
  • Indeed hat einen Connector für Claude. Er verlangt ein Indeed-Konto und greift auf dein Profil dort zu. Wie gut er Schweizer Stellen abdeckt, haben wir nicht geprüft.

Zwei Tipps, von denen wir abraten

In Anleitungen zur KI-Jobsuche kursiert der Rat, im Lebenslauf versteckte Anweisungen für die Prüfsoftware unterzubringen, etwa in weisser Schrift. Das ist ein Täuschungsversuch, und laut AMOSA nutzen ohnehin nur knapp vier Prozent der Unternehmen KI für die Vorauswahl.

Der zweite Rat lautet, einen Dienst automatisch Bewerbungen in grosser Zahl verschicken zu lassen. Eine Bewerbung, die du nicht gelesen hast, kannst du nicht prüfen, und im Gespräch musst du für jeden Satz geradestehen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die KI-gestützte Bewerbungen erhalten, findet die Unterlagen laut AMOSA zunehmend standardisiert.

Deine nächsten Schritte

  1. Trag https://getjopp.app/mcp in deinem Assistenten ein.
  2. Frag mit Beruf, Kanton, Pensum und allem, was für dich nicht verhandelbar ist.
  3. Lass dir zu jedem Treffer Datum, Arbeitgeber, Pensum und den Link zum Originalinserat geben.
  4. Prüf passende Stellen am Original, bevor du Zeit in eine Bewerbung steckst.
  5. Schreib deine Bewerbung selbst und erfinde keine Qualifikationen, auch nicht mit KI.

Quellen

  1. KI in Jobsuche und Recruiting: Schlussbericht

    Arbeitsmarktbeobachtung Ostschweiz, Aargau, Zug und Zürich (AMOSA) · Abgerufen am

  2. Künstliche Intelligenz (KI) im Alltag, konkrete Beispiele

    Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) · Abgerufen am

  3. Get started with custom connectors using remote MCP

    Anthropic · Abgerufen am

  4. ChatGPT Developer mode

    OpenAI · Abgerufen am

  5. Developer mode and MCP apps in ChatGPT

    OpenAI · Abgerufen am

  6. ChatGPT Release Notes

    OpenAI · Abgerufen am

  7. Does ChatGPT tell the truth?

    OpenAI · Abgerufen am