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Ratgeber

Quereinstieg in der Schweiz: Berufe und Voraussetzungen

Vier Berufe, für die du dich mit Erfahrung aus einer anderen Branche bewerben kannst. Wie lange die Ausbildung dauert, was sie kostet und welchen Lohn du erwarten kannst.

Eine abgeschlossene Lehre im Detailhandel erfüllt bei mehreren anderen Berufen bereits die schulische Voraussetzung. Im Botschaftsschutz in Bern reicht dafür ein EBA oder EFZ. Auch die SBB nimmt für die Kundenbegleitung Bewerbungen nach einer mindestens zweijährigen Lehre an.

Wie lange der Wechsel dauert und was du dabei verdienst, unterscheidet sich stark. Die Ausbildung im Botschaftsschutz dauert sechs Monate, das reguläre Pflegestudium drei Jahre. Beide sind bezahlt. Ob der Ausbildungslohn deine laufenden Ausgaben deckt, musst du für den jeweiligen Weg prüfen.

Stand vom 12. September 2026. Die Angaben gelten für die genannten Anbieter. Freie Ausbildungsplätze und Starttermine findest du auf ihren verlinkten Berufsseiten.

Vier Einstiegswege im Vergleich

  • Botschaftsschutz in Bern. Die bezahlte Ausbildung dauert sechs Monate in Vollzeit. Du kannst mit EBA, EFZ oder einem gleichwertigen Abschluss einsteigen. Auch Berufserfahrung kann für den Zugang ausreichen.
  • Kundenbegleitung bei der SBB. Nach einer mindestens zweijährigen Lehre oder der Matura kannst du die bezahlte Zweitausbildung machen. Sie dauert acht Monate in Vollzeit oder zwölf Monate bei 60 %. Danach folgen vier Monate Festigung.
  • Busfahren bei BERNMOBIL. Du kannst mit dem Führerausweis B einsteigen. Ab Anstellung erhältst du den vereinbarten Lohn. Vorher musst du die Theorieprüfung für die Kategorie D bestehen.
  • Pflege HF am BZ Pflege Bern. Das reguläre Studium dauert drei Jahre. Der Zugang ist mit EFZ, Fachmittelschulabschluss oder Matura möglich. Du erhältst einen Ausbildungslohn und zahlst Studiengebühren.

Zusätzlich zur Vorbildung verlangen die Anbieter je nach Beruf Sprachkenntnisse, Eignungsprüfungen und gesundheitliche Nachweise. Die wichtigsten Anforderungen stehen unten, die vollständigen auf den verlinkten Seiten.

Botschaftsschutz in Bern

Im Botschaftsschutz bewachst du Botschaften und Konsulate. Du arbeitest uniformiert und bewaffnet, auch nachts und am Wochenende. Die Kantonspolizei Bern bildet dich dafür als polizeiliche Sicherheitsassistenz aus. Das ist ein anderer Abschluss als die zweijährige Polizeiausbildung. Berufsbild Botschaftsschutz

Die Kantonspolizei akzeptiert EBA, EFZ und gleichwertige Abschlüsse. Ohne Abschluss brauchst du mindestens fünf Jahre Berufserfahrung zu 100 %. Bei Ausbildungsbeginn musst du mindestens 21 Jahre alt sein, das Schweizer Bürgerrecht und den Führerausweis B besitzen. Hinzu kommen gute Deutschkenntnisse und ein guter Leumund. Auch für Sport, Schwimmen, Sehfähigkeit und Computerkenntnisse gibt es Vorgaben. Vollständige Voraussetzungen

Die Vollzeitausbildung in Ittigen dauert sechs Monate und endet mit der Prüfung für polizeiliche Sicherheitsassistentinnen und -assistenten. Nach dem Bestehen vereidigt dich die Kantonspolizei und nimmt dich ins Korps auf. Ausbildung

Lohn während und nach der Ausbildung

Für 26- bis 30-Jährige nennt die Kantonspolizei 2026 während der Ausbildung CHF 4232.30 bis 4406.80 brutto pro Monat. Im ersten Dienstjahr sind es CHF 5383.80 bis 5635.35. Diese Lohnbänder gelten bei Vollzeit, mit 13 Monatsgehältern und ohne Zulagen. Lohntabelle und Anstellungsbedingungen

Botschaftsschutz Bern, Altersgruppe 26 bis 30: während der Ausbildung CHF 4232.30 bis 4406.80, im ersten Dienstjahr CHF 5383.80 bis 5635.35 brutto pro Monat, jeweils 13 Monatsgehälter ohne Zulagen.
Lohnbänder 2026, Alter 26 bis 30, Vollzeit. Keine individuelle Lohnzusage. Darstellung: jopp. Daten: Kantonspolizei Bern.

Nach der Ausbildung kannst du dein Pensum auf Wunsch auf 80 % reduzieren. Wenn du früh austrittst, musst du dich unter Umständen an den Ausbildungskosten beteiligen. Der Höchstbetrag beträgt CHF 4500. Nach dem Abschluss sinkt er mit jedem geleisteten Dienstmonat, bis nach drei Jahren nichts mehr zurückzuzahlen ist. Anstellungsbedingungen

Kundenbegleitung bei der SBB

Ein SBB-Kundenbegleiter steht auf dem Perron neben einem Personenzug.
Kundenbegleitung bei der SBB. Bildquelle SBB

Du beantwortest Fragen von Reisenden, kontrollierst Fahrausweise und übernimmst Sicherheitsaufgaben am Zug. Die SBB verlangt eine mindestens zweijährige Berufslehre oder Matura. Du musst eine Landessprache mündlich auf C1 beherrschen und bereit sein, zwei weitere Sprachen innerhalb von zwei Jahren auf A2 zu lernen. Welche das sind, hängt vom Standort ab. Du arbeitest zu unregelmässigen Zeiten und musst eine medizinische Tauglichkeitsuntersuchung bestehen.

Die bezahlte Ausbildung dauert acht Monate in Vollzeit oder zwölf Monate bei 60 %. Nach der Abschlussprüfung vertiefst du das Gelernte in einem viermonatigen Festigungsmodul. Deinen Lohn vereinbarst du im Arbeitsvertrag. Die SBB berücksichtigt dabei Alter, Erfahrung und Ort. Ausbildungsplätze findest du auf der Berufsseite der SBB.

Unser Bewerbungstipp für den Wechsel aus dem Detailhandel ist, konkrete Situationen zu beschreiben. Wie hast du eine Reklamation gelöst? In welchen Sprachen hast du Kundinnen und Kunden beraten? Solche Beispiele zeigen deine Erfahrung, ersetzen aber keine vorgeschriebenen Nachweise oder Ausbildungsinhalte.

Busfahren bei BERNMOBIL

Zwei Personen bei der Fahrausbildung in einem Bus von BERNMOBIL.
Fahrausbildung bei BERNMOBIL. Bildquelle BERNMOBIL

BERNMOBIL bildet dich auch ohne Busführerausweis aus. Du musst mindestens 21 Jahre alt sein und den Führerausweis B seit mindestens zwei Jahren haben. Du brauchst gute Deutschkenntnisse, musst Mundart verstehen und zu Nacht- und Wochenenddiensten bereit sein. Zum Auswahlverfahren gehören medizinische und verkehrspsychologische Untersuchungen.

Ab Anstellung erhältst du auch während der Ausbildung den vollen vereinbarten Lohn. BERNMOBIL übernimmt die Ausbildungskosten, verlangt aber eine Vereinbarung mit einer Rückzahlungspflicht über maximal drei Jahre. Nach der Ausbildung kannst du zwischen 50 und 100 % arbeiten. Kläre das Pensum während der Ausbildung separat. Einstieg und Anstellungsbedingungen

Die Theorieprüfung für die Kategorie D musst du vor dem Stellenantritt bestehen. Der Ablaufplan nennt dafür zwei bis drei Monate Vorbereitung. Ab Stellenantritt lernst du das Fahren sowie die Fahrzeuge und das Streckennetz kennen. Wie lange das insgesamt dauert, solltest du für dein Einsatznetz erfragen. Der Plan nennt einzelne Kurstage, aber keine durchgehende Gesamtdauer. Ausbildungsablauf B zu D, PDF

Pflege HF am BZ Pflege Bern

Am BZ Pflege brauchst du ein EFZ, einen Fachmittelschulabschluss oder die gymnasiale Maturität sowie Deutsch auf C1. Hinzu kommt das Zulassungsverfahren. Bei Schulanstellung absolvierst du ohne Pflegeerfahrung vorher einen zweitägigen Berufseinblick. Das dreijährige Studium führt zum Diplom als Pflegefachfrau HF oder Pflegefachmann HF.

Bei Schulanstellung verdienst du monatlich CHF 800 im ersten, CHF 1000 im zweiten und CHF 1200 im dritten Jahr, jeweils plus 13. Monatslohn. Die Gebühren betragen CHF 750 pro Semester und je CHF 250 für Aufnahme und Diplomprüfung. Lehrmittel kosten insgesamt ungefähr CHF 2500. Bei Betriebsanstellung vereinbarst du den Lohn mit dem Betrieb.

Die zweijährige Ausbildung ist für Fachpersonen Gesundheit EFZ vorgesehen. Mit einer Detailhandelslehre allein kannst du sie nicht verkürzen. Bildungsgang und Kosten

Bei Schulanstellung kannst du Förderbeiträge beantragen. Zusammen mit dem Ausbildungslohn sind bis zu CHF 3500 monatlich möglich. Die Vergabe hängt unter anderem von deinem Alter, Wohnsitz und finanziellen Bedarf ab. Ausserdem musst du dich verpflichten, nach dem Abschluss zwei Jahre im Kanton Bern in der Pflege zu arbeiten. Die Finanzierungsseite nennt noch eine abgelaufene Anmeldefrist. Frage deshalb bei der Fachstelle Zulassung nach, welche Bedingungen und Fristen für deinen Studienstart gelten. Förderbeiträge

Was du vor einer Bewerbung klären solltest

Ob du nach dem Wechsel mehr verdienst, lässt sich nur bei gleichem Pensum vergleichen. Rechne mit dem Jahresbruttolohn und führe variable Zulagen separat auf. Für die Ausbildungszeit brauchst du eine eigene Rechnung.

  1. Lass dir bestätigen, ob dein Abschluss und deine Berufserfahrung für den Zugang reichen. Frage nach fehlenden Nachweisen und Tests.
  2. Stelle den Ausbildungslohn den Gebühren und deinen laufenden Ausgaben gegenüber. Berücksichtige zusätzliche Fahrt- oder Betreuungskosten. Rechne Förderbeiträge erst nach der Bewilligung ein.
  3. Kläre die Dienstzeiten und das mögliche Pensum. Frage auch nach Unterrichtsorten und Selbststudium ausserhalb der Arbeitszeit.
  4. Lies die Rückzahlungsvereinbarung. Wie viel würdest du bei einem Abbruch oder einer Kündigung schulden, und wann endet diese Verpflichtung?

Eine Informationsveranstaltung oder ein Berufseinblick hilft dir, die Arbeit kennenzulernen. Bevor du kündigst, sollten Zulassung, Lohn und Ausbildungsbedingungen schriftlich geklärt sein.

Quellen

  1. Botschaftsschutz in Bern

    Kantonspolizei Bern · Abgerufen am

  2. Ausbildung in der Kundenbegleitung

    SBB · Abgerufen am

  3. Einstieg als Busfahrerin oder Busfahrer

    BERNMOBIL · Abgerufen am

  4. Dreijähriges Pflegestudium HF

    Berner Bildungszentrum Pflege · Abgerufen am