Ratgeber
Vier-Tage-Woche in der Schweiz: Was du vor dem Vertrag klären solltest
Vier Tage arbeiten heisst nicht immer weniger Stunden. Wir haben 185 Inserate geprüft. Der Ratgeber zeigt dir, wie du Arbeitszeit und Lohn vergleichst, Ferien nachrechnest und die Regeln für deinen freien Tag klärst.
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- jopp
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Eine Vier-Tage-Woche gibt dir nicht automatisch mehr Freizeit bei gleichem Lohn. Manche Betriebe kürzen die Arbeitszeit, andere verteilen die bisherigen Stunden auf vier lange Tage. Wieder andere meinen eine Teilzeitstelle.
Frag deshalb zuerst nach den Wochenstunden und dem Lohn. In unserer Stichprobe vom 28. September 2026 nennen nur 21 von 185 Inseraten konkrete Arbeitsstunden für das Vier-Tage-Modell. Wie sich das Angebot auf Ferien und Feiertage auswirkt, hängt auch davon ab, wie der Betrieb deinen freien Tag regelt.
Drei Modelle hinter demselben Wort
| Modell | Stunden pro Woche | Lohn |
|---|---|---|
| Reduzierte Vollzeit | z. B. 36 statt 40 | 100 % |
| Komprimierte Vollzeit | 40 an vier Tagen | 100 % |
| 80-Prozent-Pensum | 32 statt 40 | 80 % |
Im folgenden Rechenbeispiel gelten 42 Stunden als Vollzeit. Der Jahreslohn beträgt CHF 78'000. Die Zahlen sind erfunden.

Bei 34 Stunden mit vollem Lohn und 33,6 Stunden im 80-Prozent-Pensum arbeitest du fast gleich lang. Der Unterschied beträgt CHF 15'600 im Jahr. Bei der reduzierten Vollzeit steigt dein Lohn pro Stunde um rund 24 Prozent, beim 80-Prozent-Pensum bleibt er gleich.
Ein tieferer Lohn kann deine spätere Rente senken. Bei der AHV hängt das unter anderem von Beitragsdauer, durchschnittlichem Einkommen und Gutschriften ab; die Rente hat eine Obergrenze. Bei der Pensionskasse zählen der versicherte Lohn und das Vorsorgereglement.
In der komprimierten Vollzeit bleibt dein Lohn pro Stunde gleich. Du tauschst einen freien Tag gegen vier Tage mit 10,5 Stunden Arbeit plus Pause.
Welche Stunden Inserate tatsächlich nennen
Wir haben in der jopp-Stellensuche nach «4-Tage-Woche», «Vier-Tage-Woche», «semaine de 4 jours» und ähnlichen Schreibweisen gesucht. Nach dem Entfernen bekannter Kopien und unpassender Treffer haben wir 185 Inserate ausgewertet. Weitere doppelte Inserate sind möglich. Die Stichprobe deckt nicht alle Schweizer Vier-Tage-Stellen ab und kann mehrere Inserate desselben Betriebs enthalten.

21 Inserate nennen Wochen- oder Tagesarbeitsstunden für das Vier-Tage-Modell. Vier geben nur Uhrzeiten an. Bei 160 fehlt beides oder die Angabe lässt sich nicht eindeutig der Vier-Tage-Woche zuordnen. Eine daneben genannte Fünf-Tage-Woche haben wir nicht mitgezählt. Auch «10.30 bis 22.00 Uhr» ist ohne Pausenregel keine Angabe zur reinen Arbeitsdauer.
Manche Inserate erwähnen vier Tage nur als Option oder allgemeinen Betriebsvorteil. Ob das für deine Stelle gilt, musst du nachfragen. Die folgenden Beispiele haben wir zusätzlich auf den Arbeitgeberseiten geprüft, ebenfalls am 28. September 2026. Diese Seiten ergänzen die Beispiele, nicht die Zählung oben.
Die ASAG Air System AG in Langenthal schreibt «4-Tage-Woche (36 Std. bei 100%)». Comfortfloor Schweiz in Rickenbach LU wirbt ebenfalls mit vollem Lohn, nennt aber 40 Stunden. «100 Prozent» sagt dir also noch nicht, wie lange du arbeitest.
Auch beim Lohn lohnt sich das Kleingedruckte. Adesso und Amici Hair Design nennen 34,4 statt 43 Wochenstunden bei gleichem Lohn. Erreichst du die quartalsweise geprüften Umsatzziele nicht, kann der Betrieb den Lohn jedoch korrigieren. Garantiert bleibt laut den FAQ der Mindestlohn aus dem Gesamtarbeitsvertrag, kurz GAV.
In der warmen Küche und der Diätküche der Rehaklinik Wald dauern die vier Arbeitstage je 10,5 Stunden. Für die übrigen Küchenposten nennt das Inserat 8,4 Stunden pro Tag. Die Zürcher Agentur flin meint dagegen Teilzeit: vier Tage entsprechen dort einem 80-Prozent-Pensum, der angegebene Lohn gilt für 80 Prozent.
Ingold Tools in Inkwil nennt 39 Stunden an vier Tagen mit freiem Freitag. Laut der Mitteilung zur Einführung sank die Wochenzeit bei der Umstellung von 40,5 auf 39 Stunden. Ob der Lohn unverändert blieb, steht dort nicht.
Ein Beispiel für reduzierte Vollzeit
Die Spuag AG, ein Sanitär- und Heizungsbetrieb in Zweisimmen, beschreibt ihr Modell auf ihrer Stellenseite genau: vier Tage à 9 Stunden, also 36 statt 40 Stunden, bei vollem Lohn und 5 Wochen Ferien. Den freien Tag wählst du selbst. Er muss zum Team passen und ist nicht jede Woche neu wählbar. Das Büro bleibt an fünf Tagen besetzt.
Lange Arbeitstage: was das Arbeitsgesetz erlaubt
Das Gesetz erlaubt, die Wochenstunden auf unterschiedlich lange Tage zu verteilen (Art. 16 Abs. 3 ArGV 1). Eine allgemeine 40- oder 42-Stunden-Woche schreibt das Arbeitsgesetz nicht vor. Für die normale Tages- und Abendarbeit gelten unter anderem diese Grenzen:
- Die wöchentliche Höchstarbeitszeit beträgt grundsätzlich 45 Stunden für Arbeitnehmende in Industriebetrieben, Büropersonal, technische und andere Angestellte sowie das Verkaufspersonal in Grossbetrieben des Detailhandels, 50 Stunden für die übrigen unterstellten Arbeitnehmenden (Art. 9 ArG).
- Die Tages- und Abendarbeit muss mit Pausen und Überzeit innerhalb von 14 Stunden liegen (Art. 10 Abs. 3 ArG).
- Wer mehr als 9 Stunden am Tag arbeitet, hat mindestens eine Stunde Pause (Art. 15 ArG). Dauert ein Arbeitsblock vor oder nach der Pause mehr als 5½ Stunden, braucht es eine weitere Pause (Art. 18 Abs. 2 ArGV 1).
- Jugendliche unter 18 arbeiten höchstens 9 Stunden am Tag und nicht länger als die anderen Arbeitnehmenden im Betrieb; obligatorischer Unterricht zählt mit (Art. 31 ArG). Für Lernende unter 18 kommen 10,5-Stunden-Tage deshalb nicht in Frage.
- Während Schwangerschaft und Stillzeit darf die vereinbarte ordentliche Tagesarbeitszeit nicht überschritten werden und höchstens 9 Stunden betragen (Art. 60 Abs. 1 ArGV 1). Das erläutert das SECO zum Mutterschutz.
- Zwischen zwei Einsätzen brauchst du grundsätzlich mindestens 11 aufeinanderfolgende Stunden Ruhe. Für Erwachsene ist einmal pro Woche eine Verkürzung auf 8 Stunden möglich, wenn im Durchschnitt von zwei Wochen 11 Stunden eingehalten werden (Art. 15a ArG).
Für Nacht- und Schichtarbeit sowie bestimmte Branchen gelten Sonderregeln, teils auch bei der wöchentlichen Höchstarbeitszeit. Prüfe solche Arbeitspläne anhand der SECO-Übersicht; die Liste oben deckt diese Fälle nicht vollständig ab.
Aus 10,5 Stunden Arbeit werden mit einer Stunde Pause 11,5 Stunden im Betrieb, zum Beispiel 7.00 bis 18.30 Uhr, plus Arbeitsweg. Bei der Hotelgruppe Krafft in Basel waren die Angestellten mit 42 Stunden an vier Tagen laut der HR-Verantwortlichen «fast zwölf Stunden pro Tag im Betrieb». Das Personal wünschte sich die Fünf-Tage-Woche zurück, der Betrieb stellte teilweise wieder um. Nur das Küchenteam wollte dabei bleiben (SRF, April 2024). Überleg dir, ob solche Tage mit deinem Arbeitsweg, der Kinderbetreuung und deinen Abenden vereinbar sind.
Die Arbeits- und Ruhezeitvorschriften des Arbeitsgesetzes gelten nicht für alle. Ausgenommen sind unter anderem Verwaltungen von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie Personen mit einer höheren leitenden Tätigkeit. Die Vorschriften zum Gesundheitsschutz gelten dort dennoch (Art. 2, 3 und 3a ArG; SECO-Wegleitung). Für öffentliche Angestellte ist zudem meist das jeweilige Personalrecht statt des Obligationenrechts massgebend. Prüfe dort Ferien, Feiertage und Überstunden anhand dieser eigenen Regeln.
Ferien: gleich viele Wochen, weniger Tage
Das Obligationenrecht rechnet Ferien in Wochen. Du hast mindestens vier Wochen pro Dienstjahr zugut, bis zum vollendeten 20. Altersjahr fünf. Mindestens zwei Ferienwochen müssen zusammenhängen (Art. 329a und 329c OR).
Eine Ferienwoche umfasst so viele Tage, wie du normalerweise arbeitest. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit Basel-Stadt rechnet es für Teilzeit vor: Bei 2 Arbeitstagen pro Woche und 4 Wochen Ferien sind es 8 Ferientage. Bei vier Arbeitstagen sind vier Wochen also 16 Ferientage, fünf Wochen sind 20.
Achte darauf, in welcher Einheit dein Vertrag rechnet:
- «20 Ferientage» sind bei vier Arbeitstagen 5 Wochen, bei fünf Arbeitstagen nur 4 Wochen.
- Rechnet der Betrieb in Stunden, zieht ein Ferientag in der komprimierten Woche 10,5 Stunden ab. Vier Wochen Ferien müssen dann 4 × 42 = 168 Stunden umfassen, also 16 Tage à 10,5 Stunden. Werden dir 16 Ferientage à 8,4 Stunden gutgeschrieben (134,4 Stunden), fehlen dir mehr als drei freie Tage.
Feiertage: dein freier Tag und das Zeitmodell zählen
Fällt ein gesetzlicher, den Sonntagen gleichgestellter Feiertag auf deinen Arbeitstag und fällt die Arbeit deshalb aus, musst du die Zeit nicht nachholen. Fällt er auf deinen freien Tag, besteht laut SECO grundsätzlich kein Recht auf Nachbezug. Für zulässige Feiertagsarbeit, etwa in Gastronomie oder Gesundheitsbetrieben, gelten besondere Regeln. Bei festen Arbeitstagen ohne pauschalen Feiertagsausgleich macht es deshalb einen Unterschied, welchen Tag du frei hast. Durchschnittsmodelle können Feiertage anders anrechnen; dazu unten mehr.

Im Kanton Zürich fallen 2027 Ostermontag und Pfingstmontag auf einen Montag, Neujahr und Karfreitag auf einen Freitag. Bei festen Arbeitstagen ohne Feiertagsausgleich entgehen dir mit freiem Montag oder Freitag also je zwei zusätzliche freie Tage. Mit freiem Dienstag oder Mittwoch entgeht dir 2027 keiner. Über die fünf Jahre 2027 bis 2031 sind es beim Montag 13 Feiertage, beim Dienstag und Mittwoch je 5. In Bern, Basel-Stadt und etwa der Hälfte der Aargauer Bezirke, darunter Aarau, Brugg, Lenzburg und Zofingen, fallen 2027 ebenfalls je zwei Feiertage auf Montag und Freitag und keiner auf Dienstag oder Mittwoch.
Die Feiertage unterscheiden sich je nach Kanton. Das Arbeitsgesetz stellt den 1. August und höchstens acht kantonale Feiertage den Sonntagen gleich (Art. 20a ArG). In Luzern gehören zum Beispiel Ostermontag und Pfingstmontag nicht dazu, dafür unter anderem Fronleichnam und Allerheiligen. Zusätzliche lokale Feiertage wie Sechseläuten oder Berchtoldstag in Zürich gelten arbeitsrechtlich als Werktage, ausser Vertrag, Personalreglement oder GAV sehen etwas anderes vor.
Im Monatslohn darf der Betrieb deinen Lohn wegen eines Feiertags an einem Arbeitstag nicht kürzen. Im Stundenlohn muss er einen Feiertag nur bezahlen, wenn Vertrag oder GAV das vorsehen. Eine Ausnahme ist der 1. August: Er ist auch im Stundenlohn bezahlt, wenn er auf einen deiner Arbeitstage fällt (Art. 110 Abs. 3 BV).
Manche Betriebe gleichen Feiertage auf dem freien Tag trotzdem aus oder verschieben den freien Tag in dieser Woche. Frag danach und lass es dir schriftlich geben.
Wenn du am freien Tag arbeitest
Arbeitest du an deinem freien Tag zusätzlich zu deiner vereinbarten Wochenzeit, sind das Überstunden. Der Betrieb kann sie mit deinem Einverständnis durch mindestens gleich viel Freizeit ausgleichen. Sonst erhältst du den Lohn plus 25 Prozent Zuschlag, sofern schriftlich, im Normalarbeitsvertrag oder im GAV nichts anderes geregelt ist (Art. 321c OR).
Arbeit über der gesetzlichen wöchentlichen Höchstarbeitszeit heisst Überzeit. Sie ist nur ausnahmsweise zulässig, etwa wegen dringender Arbeit. Pro Jahr sind grundsätzlich höchstens 170 Überzeitstunden erlaubt, wenn deine Höchstarbeitszeit 45 Stunden beträgt, und 140 bei einer 50-Stunden-Grenze (SECO).
Ein zusätzlicher Tag kann diese Grenze überschreiten. Zu einer 42-Stunden-Woche kommen beispielsweise 10,5 Stunden hinzu, insgesamt 52,5. Ein Teil davon ist Überzeit; der Betrieb darf solche fünften Tage nicht regelmässig als Überzeit einplanen.
Mit deinem Einverständnis kann der Betrieb auch Überzeit durch gleich viel Freizeit ausgleichen. Dann fällt kein Zuschlag an. Ohne diesen Ausgleich ist grundsätzlich der Lohn mit mindestens 25 Prozent Zuschlag geschuldet. Für Büropersonal, technische und andere Angestellte sowie Verkaufspersonal in Grossbetrieben des Detailhandels gilt dieser zwingende Anspruch erst für die Überzeit über 60 Stunden im Kalenderjahr.
Die Freizeit musst du grundsätzlich innerhalb von 14 Wochen beziehen. Ihr könnt eine längere Frist vereinbaren, höchstens zwölf Monate (Art. 13 ArG und Art. 25 ArGV 1; SECO-Wegleitung).
Wenn du heute 80 Prozent arbeitest
Führt ein Betrieb reduzierte Vollzeit ein, kann aus deinem 80-Prozent-Pensum eine Vollzeitstelle werden. Die BFH berichtete im Mai 2025 über acht Schweizer Unternehmen, die in den drei Jahren davor zur Vier-Tage-Woche gewechselt hatten. Sie senkten die Vollzeit von 42 auf 34 bis 36 Stunden bei gleichem Lohn.
Was das für Teilzeitstellen bedeutet, beschreibt der Fachbeitrag der BFH. Wer vorher 80 Prozent von 42 Stunden arbeitete, kam auf 33,6 Stunden. Beim Wechsel auf die neue Vollzeit mit 34 bis 36 Stunden wären es 0,4 bis 2,4 Stunden mehr. Vergleiche deshalb die Stunden und den Lohn, nicht nur die Prozentzahl im Inserat.
Willst du selbst auf 80 Prozent an vier Tagen reduzieren, ist das eine Vertragsänderung, die du mit dem Arbeitgeber vereinbarst. Am einfachsten verhandelst du sie vor der Unterschrift. Klär dabei, welche Aufgaben wegfallen, und lass den festen freien Tag schriftlich festhalten.
Frag auch, wie dein Zeitkonto geführt wird. Der Betrieb kann für vier feste Arbeitstage je 8 Stunden und für den freien Tag 0 Stunden eintragen. Ein Durchschnittsmodell verteilt dieselben 32 Wochenstunden rechnerisch als 6,4 Stunden auf fünf Tage. Bei einem Feiertag an einem Arbeitstag fällt die Gutschrift dann kleiner aus. Dafür kann es auch an deinem sonst freien Wochentag eine Gutschrift geben.
So rechnet etwa der Kanton Zürich als Arbeitgeber. Für Krankheitstage zählt dort dagegen die vereinbarte Regelarbeitszeit. Das sind kantonale Personalregeln, keine allgemeine Vorgabe für private Betriebe. Lass dir die Buchung eines Feiertags und eines Krankheitstags anhand deines Wochenplans zeigen, einschliesslich der Auswirkung auf deinen Jahressaldo.
Was die Studien zeigen
Die Berner Fachhochschule begleitet seit 2024 Schweizer Unternehmen bei Arbeitszeitreduktionen ohne Lohnkürzung. Das Pilotprojekt ist bis Ende 2027 geplant. Die Testphasen begannen später als vorgesehen. Im Februar 2026 nahmen laut der Projektleitung drei Unternehmen teil, eine Bank bereitete sich vor.
Die BFH hat eine Präsentation erster Ergebnisse für den 19. November 2026 angekündigt. Auf der verlinkten Projektseite und der Veranstaltungsseite stehen am 28. September 2026 noch keine Ergebniszahlen.
Eine eidgenössische Abstimmung über die Vier-Tage-Woche gab es nicht. 2002 lehnten Volk und Stände die Initiative «für eine kürzere Arbeitszeit» mit 25,4 Prozent Ja ab (Swissvotes). 2023 lehnte der Nationalrat eine Motion ab, die eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn für tiefe und mittlere Löhne verlangte.
Im britischen Versuch von 2022 führten 56 von 61 Unternehmen das Modell nach sechs Monaten weiter. Die befragten Mitarbeitenden gaben an, im Schnitt 34 statt 38 Stunden zu arbeiten. Die Reduktion war damit kleiner als ein üblicher Arbeitstag (Autonomy).
In Deutschland starteten 2024 insgesamt 45 Organisationen in ein Pilotprojekt. Mehr als 70 Prozent wollten die Vier-Tage-Woche danach weiterführen oder weiter testen. Bei Umsatz, Gewinn und Krankheitstagen fand das Forschungsteam keine statistisch signifikanten Unterschiede zum Vorjahr. Das beweist nicht, dass die Werte gleich blieben (Universität Münster).
Die Firmen hatten sich freiwillig gemeldet und setzten unterschiedliche Modelle um. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht auf alle Betriebe übertragen.
Was du vor der Unterschrift klärst
- Wie viele Stunden arbeite ich pro Woche, und wie viele gelten im Betrieb als Vollzeit?
- Ist mein Lohn derselbe wie bei Vollzeit, oder wird er nach Pensum berechnet?
- Wie lang ist ein Arbeitstag mit Pausen, und wann beginnt und endet er?
- Ist der freie Tag fest? Wer wählt ihn, und was gilt in Spitzenzeiten?
- Wie viele Ferientage habe ich bei vier Arbeitstagen, und führt der Betrieb das Guthaben in Tagen oder Stunden?
- Was gilt, wenn ein Feiertag auf meinen freien Tag fällt?
- Wie werden Überstunden am freien Tag ausgeglichen?
- Wie viele Stunden werden mir für einen Feiertag oder Krankheitstag gutgeschrieben?
- Bei einer Reduktion auf 80 Prozent: Welche Aufgaben fallen weg?
- Steht die Vier-Tage-Woche im Arbeitsvertrag, oder gilt sie nur als Pilot oder Reglement, das der Betrieb wieder ändern kann?
Schreib die Antworten auf und vergleiche sie mit dem Vertrag. Steht dort etwas anderes als im Gespräch, frag nach, bevor du unterschreibst.
Quellen
- Arbeits- und Ruhezeiten
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO · Abgerufen am
- Wegleitung zum Arbeitsgesetz und zu den Verordnungen 1 und 2
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO · Abgerufen am
- Häufige Fragen zu Freizeit und Feiertagen
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO · Abgerufen am
- Rechtsberatung Ferien
Amt für Wirtschaft und Arbeit Basel-Stadt · Abgerufen am
- Gesetzliche Feiertage im Kanton Zürich
Kanton Zürich, Amt für Wirtschaft · Abgerufen am
- Pilotstudie zur 4-Tage-Woche
Berner Fachhochschule BFH · Abgerufen am
- The results are in: The UK’s four-day week pilot
Autonomy · Abgerufen am
- Pilotprojekt Vier-Tage-Woche, erste wissenschaftliche Ergebnisse
Universität Münster · Abgerufen am